Information für Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer zum neuen Coronavirus

Das SARS-CoV-2 ist ein Betacoronavirus der Familie Coronaviridae und verursacht beim Menschen die Erkrankung COVID-19. Es gibt viele Coronaviren, die u.a. anderem Säugetiere, Vögel und Fische infizieren können. Die bereits bekannten Coronavirusinfektionen bei Hund und Katze werden von Alphacoronaviren verursacht. Diese führen z.T. zu milden Symptomen des Magendarms; bei der Katze wird die felinen infektiösen Peritonitis (FIP) durch so ein Coronavirus ausgelöst. Diese Viren unterscheiden sich vom neuen Coronavirus SARS-CoV-2 stark. Derzeit wird davon ausgegangen, dass SARS-CoV-2 von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

Update vom 18. September 2020:

Neuigkeiten zum Virus im Zusammenhang mit der Tiermedizin werden nicht mehr täglich veröffentlicht, aber letztlich spielen viele aktuelle Themen hier mit rein. Der Nerz ist mit Abstand die am häufigsten betroffene Tierart mit > 50 der 120 Nerzfarmen in Holland positiv und ausgemerzt. Positive Nerzfarmen wurden auch in Spanien, Dänemark und USA gemeldet – interessanterweise meldet China, einer der wichtigste Nerzfellproduzenten weltweit, keinen einzigen positiven Fall. Hunde und Katzen sind weiterhin kaum positiv, auch wenn in den USA im August 3 Hunde und 4 Katzen PCR-positiv gemeldet wurden (keine näheren Angaben zu diesen Tieren). Inwieweit eine Impfung für den Menschen wann, für wen, wie sicher und wie wirkungsvoll zur Verfügung steht bleibt offen – das Problem des Antibody Dependent Enhancement (ADE) ist uns Tierärzten bei Katzen mit FIP und Impfung nur zu gut bekannt.

Risikoabschätzung Corona

In den letzten Wochen und Monaten wurde immer mehr bekannt, dass Corona nicht nur eine Tröpfcheninfektion ist (Übertragung beim Niesen, Husten) sondern auch als Aerosol übertragen werden kann. Aerosole werden beim Atmen, Sprechen oder Singen abgegeben und bleiben, im Gegensatz zu Tröpfchen, viel länger in der Luft und potentiell infektiös. Schon lange vor SARS-CoV-2 wurde viel zur Übertragung von Infektionserregern via Aerosol publiziert (siehe Beggs; siehe Myatt).

Untersuchungen haben eine gute Korrelation zwischen der Menge an CO2 und Aerosolen in der Luft aufgezeigt und es besteht nun die Idee, dass durch die Messung von CO2 (das ja beim Atmen, Sprechen und Singen von jedem Menschen abgegeben wird) das Aerosolrisiko abgeschätzt werden kann – mit der Möglichkeit, zu Lüften wenn die CO2-Konzentration zu hoch ist. Diese Messung wird in vielen Schulen und Universitäten zur Risikoabschätzung propagiert. CO2-Messgeräte (auch transportable) können recht günstig (100-200€) gekauft werden. Man darf aber nicht vergessen, dass die CO2-Konzentration in einem Raum ungleich verteilt ist und man sich gut überlegen muss, wo gemessen wird. In der Nähe von Fenster und Türen wird die Konzentration niedriger sein und es wird später gelüftet, als wenn die Messung weiter davon entfernt erfolgt.

Wie gut die Messgeräte wirklich messen ist schwierig zu beurteilen. Leider hängt natürlich gerade von diesen Zahlen viel ab – und wie wir alle wissen „wer misst, misst Mist“. Ob teurere Geräte wirklich besser sind als günstige sei dahin gestellt, denn wie will man das kontrollieren (ausser man hat mehrere Geräte die nebeneinander messen). Selbstverständlich kommt es nicht auf 1 oder 10 ppm CO2 in der Raumluft an, aber falls Unterschiede von 100 ppm auftreten, macht das schon was aus. Wenn die Behörden also ein Konzept verlangen, wann ein Raum nicht mehr betreten werden darf und gelüftet werden muss, würde sich so eine Messung anbieten.

Einfacher und günstiger hat die deutsche gesetzliche Unfallversicherung eine interessante APP entwickelt um die CO2 Konzentration in einem Raum anhand der Anzahl Personen und Raumgröße zu schätzen und wann wieder gelüftet werden muss. Die App ist gratis und kann einfach installiert werden – damit hat man einen Richtwert nach welchem abgeschätzt werden kann, wie oft ein bestimmter Raum gelüftet werden sollte. Bei 3 Personen (Individuen) in einem 14m² großen Raum der 2,5m hoch ist muss nach 17 Minuten das erste Mal gelüftet werden, um die CO2-Konzentration unter 1000ppm zu halten.

Mit etwas spielen sieht man schnell, dass auch ohne CO2-Messung ein Stoß lüften alle 15-30 Minuten angezeigt ist – im Frühling und Herbst für ca. 5 Minuten, im Winter für ca. 3 Minuten. Und Stoß lüften heißt ALLE Fenster 🏠 komplett öffnen, ebenso wie die Türen (Quellen: Umwelt-Campus; SWR-Fernsehen)

Finden Sie einen Tierarzt in Ihrer Nähe – Standort finden

Update vom 14. August 2020:

Es ist seit dem letzten Bericht in Bezug auf Corona und Tiermedizin nicht sehr viel passiert. Es werden in den USA ab und zu positive Hunde oder Katzen gefunden – das United States Department of Agriculture fasst auf deren Website die SARS-CoV-2 bestätigen Fälle zusammen. Gesamthaft sind vom 4. April bis 3. August mittels PCR 7 Katzen und 6 Hunde sowie mittels Antikörper 4 Katzen und 8 Hunde positiv getestet worden. Keine große Zahl, wenn man bedenkt, dass in den USA alleine bis heute fast 5 Millionen positiv getestete Menschen gemeldet wurden. Nichtsdestotrotz bleiben die Empfehlungen an alle Covid-19 positiven Patienten bestehen, möglichst Kontakt mit den Haustieren zu vermeiden, solange man Virusausscheider ist.

Inwieweit Hunde tatsächlich COVID-19 Patienten erschnüffeln können ist unklar. Mehrere Arbeitsgruppen arbeiten daran (s. auch Corona-Update vom 6. JuliExternes Link) und kürzlich ist eine Studie einer deutschen Arbeitsgruppe dazu erschienen. 8 Hunde hatten ein 94% korrektes Schnüffelergebnis in einem Laborexperiment (1012 Schüffeltests, 157 korrekt positiv, 30 falsch positiv, 792 korrekt negativ und 33 falsch negativ). Das klingt zwar vorerst sehr gut, aber wo wird eine Situation existieren, bei der 18% der Personen an COVID-19 erkrankt sind. Es ist viel mehr anzunehmen, dass <1% mit COVID-19 krank sind (nicht SARS-CoV-2 positiv, denn das Virus verströmt keinen Geruch, es sind die Erkrankten, die einen Geruch verströmen) und dann wird vermutlich die Rate der falsch-erschnüffelten Personen anders aussehen. Es ist also noch völlig unklar ob wir plötzlich vor Fußballstadion und Schulen Corona-Schnüffelhunde haben werden. Und wie groß wäre die Gefahr für diese Hunde, und dann ultimativ für die Tierärzteschaft?

Update vom 21. Juli 2020:

Zu behaupten, das Coronavirus sei nicht mehr wichtig, wäre schlichtweg gelogen. Die Infektionszahlen steigen weltweit und die Maßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung sind weiterhin enorm wichtig.

Im Bereich Tiermedizin ist jedoch wenig Neues in den letzten vier Wochen bekannt geworden. In den USA (Texas) ist ein infizierter Hund veröffentlicht worden. Viel wichtiger ist ein kürzlich erschienenes Paper, das zeigt, dass diese Spezies für die Pandemie vermutlich keine Rolle spielt. Wichtiger sind da Nerze – wie schon früher erwähnt sind Nerze für SARS-CoV-2 hoch empfänglich und in Holland sind ca. 20% aller Nerzfarmen (es gibt dort 127 Nerzfarmen mit 2,32 Mio. Nerzen) infiziert. Alle Tiere auf den 23 betroffenen Farmen wurden zwischenzeitlich getötet!

Interessant ist zudem die Infektiosität von SARS-CoV-2. Lange wurde gesagt (s. auch frühere Informationen zu Corona), dass Viren lange (bis zu sieben Tage) auf gewissen Objekten infektiös bleiben. Ein interessantes Editorial im Lancet fasst alle Daten dazu zusammen und zeigt, dass oft exorbitant hohe Mengen an Virus in den Studien benutzt wurden und wenn ein „natürlicher“ Virus-Load (was man so aushustet) angenommen wird, dann ist eine Übertragungswahrscheinlichkeit via unbelebte Objekte (Türklinken, Telefonhörer, EC-Karten-Terminals, etc.) vernachlässigbar gering.

Auch interessant ist eine (noch nicht peer-reviewed) Studie zur Konzentration an neutralisierenden Antikörpern bei mit COVID-19 infizierten Personen nach deren Heilung. Zwar hatten Personen mit schlimmerer Erkrankung einen höheren Titer, aber bei vielen sinkt der Titer zwischen 60 und 94 Tagen nach Gesundung auf sehr tiefe bis nicht messbare Werte. Die Autoren schreiben: „This study has important implications when considering widespread serological testing, Antibody protection against re-infection with SARS-CoV-2 and the durability of vaccine protection“.

Speziell der letzte Punkt scheint sehr wichtig – alle warten auf eine Impfung, aber ob diese kommt, welche Nebenwirkungen sie haben wird und vor allem wie lange und gut sie gegen eine Infektion schützt ist absolut unklar. Wir unterstützen daher die offizielle Corona-App. Es ist zu hoffen, dass alle zwischenzeitlich diese auf ihrem Smartphone installiert und aktiviert haben.

Update vom 17. Juni 2020:

Nachdem die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestern ankündigte, dass es für Tiere eine Meldepflicht bei einer Coronavirusinfektion mit SARS-CoV-2 geben soll, dazu ein paar wichtige Informationen.

SARS-CoV-2 ist schon länger eine meldepflichtige Erkrankung beim Menschen und in anderen EU Staaten auch beim Tier. Somit war zu erwarten, dass diese Meldepflicht auch in Deutschland kommen wird. Ein Update zu SARS-CoV-2 und Tiere wurde kürzlich vom OIE (World Organisation of Animal Health) veröffentlicht.

Die Infektionsrate von Hunden (aktuell 3 Hunde weltweit bekannt) und Katzen (aktuell weltweit weniger als 20 bekannt) – siehe dazu auch die Updates – ist weiterhin sehr gering, wenn man bedenkt, dass > 7,9 Millionen Menschen bisher angesteckt wurden. Zudem gibt es bisher keine bewiesenen Fälle einer Übertragung des Virus vom Haustier auf den Menschen. In Holland wird diskutiert, ob sich evtl. Arbeiter in einer Nerzfarm – in der zwischenzeitlich alle Nerze gekeult wurden – angesteckt haben könnten. Bewiesen ist das nicht. Auch in Dänemark – dem grössten Produzenten weltweit für Nerzfelle – ist in einer Nerzfarm mit 11’000 Tieren SARS-CoV-2 nachgewiesen worden und alle Tiere sollen gekeult werden. Außer den Tigern in Bronx Zoo sind sonst aktuell keine Tiere natürlich infiziert mit SARS-CoV-2 positiv gemeldet.

Neben dem im SARS-CoV-2 News vom 22. April beschrieben pre-view Paper zum Risiko, welche Tierarten sich mit dem nenen Coronavirus infizieren könnten (anhand des wichtigsten Rezeptors Angiotensin Converting Enzyme 2 [ACE2]) ist eben ein neues ähnliches pre-view Paper erschienen, welches zeigt, dass Katzen am empfänglichsten sind aber ggf. Schweine bei einer Mutation des Virus auch empfänglich werden könnten. Andere Tierarzten inkl. Hunde oder andere Nutztiere sind aufgrund eines Fehlens der entsprechenden Rezeptoren kaum empfänglich.

IVC Evidensia Intern haben wir lange über das Testen von Haustieren auf SARS-CoV-2 in der Praxis diskutiert und die ausgesprochene Empfehlung vom 22. April „SARS-CoV-2 bei Haustieren testen, ja oder nein?“ gilt weiterhin. Wir empfehlen derzeit weiterhin dringend diesen Test bei unseren Patienten NICHT durchzuführen. Hier wird auch erklärt, was zu tun ist wenn im absolut unerwarteten Fall doch getestet wurde und das Resultat positiv zurück kommt.

Update vom 06. Juni 2020:

Neue Informationen zu SARS-CoV-2 und Haustieren werden weiterhin veröffentlicht, aber nicht mehr so rasant wie im April und Mai. Deshalb ist diese sechste Information zu Coronavirus und Tiermedizin erst nach 3 Wochen erschienen.

Seit dem letzten Update sind 2 weitere Katzen, eine in Russland und eine in USA (Minnesota) positiv auf SARS-CoV-2 veröffentlicht worden. Somit sind bis heute bekannterweise 12 natürlich infizierte Katzen weltweit bekannt. Es ist davon auszugehen, dass eine Reihe weiterer Katzen ohne Symptome oder ohne Untersuchung existieren, nichtsdestotrotz ist die sehr geringe Anzahl positiver Katzen weiterhin klar ein Hinweis, dass es sich nicht um eine Zoonose handelt. Auch weiterhin gibt es keine Daten, dass je ein Mensch von einer Katze infiziert wurde. Ein Vorabdruck einer Übertragungsstudie bei Katzen bestätigt, was auch schon im NEJM berichtet wurde. Katzen können andere Katzen anstecken und somit das Virus weitergeben, sie produzieren auch neutralisierende Antikörper. Eine Zweitinfektion führt aber nicht zu einer weiteren Übertragung. Auch in dieser experimentellen Studie (7 Katzen) hatte kein Tier klinische Symptome.

Zwischenzeitlich ist ein weiterer Hund positiv mittels PCR auf das SARS-CoV-2 getestet worden – dieser Hund hatte respiratorische Symptome. Der Hund kommt aus den USA aus einer Familie mit COVID-19 Patienten. Ein zweiter Hund in der gleichen Familie hat zwar Antikörper, ist aber PCR-negativ. In der eben erwähnten Übertragungsstudie konnte bei drei experimentell infizierten Hunden keine aktive Virusausscheidung und auch keine Serokonversion gefunden werden. Hunde scheinen somit weiterhin recht resistent zu sein (gesamthaft bis heute drei positive Hunde weltweit).

Wenn wir bei Hunden sind, ein Vorabdruck einer Proof-of-concept Studie konnte zeigen, dass Hunde ggf. in Zukunft COVID-19 positive Personen erschnüffeln können bevor diese krank sind. Eine interessante Möglichkeit, wenn das ggf. mal funktionieren wird (gibt es schon als Kolonkarzinomschnüffelhunde), um bei Einlasskontrollen zu unterstützen.

Zu den 4 früher erwähnten Nerzfarmen mit einer COVID-19 Infektion sind drei weitere Nerzfarmen hinzugekommen (an neun Standorten in Niederlande). Zwischenzeitlich sollen alle Nerze auf den erwähnten Farmen ausgemerzt werden. Ob Nerze aus Holland innerhalb Europa transportiert wurden ist unklar, da dafür keine Bewilligung benötigt wird. Somit bleibt der Nerz ggf. ein Reservoir für SARS-CoV-2 nebst dem Menschen.

Ein PCR Test auf SARS-CoV-2 bei Haustieren ist weiterhin bei einigen Labors in Deutschland und der Schweiz erhältlich. Gemäß aktueller Auskunft von Idexx war kein in Europa durchgeführter Test bisher positiv – siehe dazu auch das entsprechende Webinar. Im Allgemeinen gelten aber weiterhin die Aussagen vom 22. April zu „SARS-CoV-2 bei Haustieren testen, ja oder nein?“, nämlich dass wir derzeit dringend raten diesen Test bei unseren Patienten NICHT durchzuführen.

Am Schluss darf nicht vergessen werden, dass es punkto Infektionserkrankungen nicht nur Coronaviren gibt und vor wenigen Tagen ist in Kanada ein neuesChapparvovirus bei einem Ausbruch von Katzen mit Durchfall und Erbrechen gefunden worden. Die Katzen hatten auch ein Bocavirus (gehört zu dem Parvoviren), aber waren für alle anderen getesteten Ursachen negativ. Inwieweit dieses neue Virus (wurde schlussendlich Fechavirus genannt) für die Katzenpopulation wichtig ist, kann aktuell noch nicht gesagt werden, aber bei einer Häufung ähnlicher klinischer Anzeichen in einer Katzenkolonie (z.B. Tierheim) muss eine infektiöse Ursache immer in Betracht gezogen werden.

Update vom 19. Mai 2020:

Seit dem Ausbruch der SARS-CoV-2 Pandemie sind nur wenige Monate vergangen und obschon wir noch sehr wenig über die Erkrankung COVID-19 wissen, haben wir schon viel gelernt und täglich mehrt sich das Wissen.

Eine sehr interessante Studie aus England untersuchte für ganz unterschiedliche Berufsgattungen das Risiko an einer Infektionserkrankung (und das ist COVID-19) zu erkranken aus der Information, wie nahe man mit anderen Menschen zusammen arbeitet und wie oft man mit Krankheiten zu tun hat. So sind Künstler (Maler, Musiker, etc.) meist weit von anderen Menschen weg und haben kaum bis nie mit Krankheiten zu tun. Nicht verwunderlich sind Krankenschwestern, Ärzte und insbesondere Zahnarzthelferinnen am anderen Ende des Spektrums. Interessant ist zu sehen, wo Tierärzte und TMFA/TPA stehen.

Zusammenfassung zu SARS-CoV-2 bei Katzen: insgesamt weniger als 20 Katzen mit natürlicher Infektion sind bisher bekannt. Daten von zwei Katzen aus Hong Kong, eine aus Belgien, zwei aus den USA (New York), zwei aus Frankreich (Paris und Bordeaux), eine aus Spanien (Barcelona), drei aus Holland (Nordbrabant) und neu eine aus Deutschland (Oberpfalz) wurden veröffentlicht (s. auch frühere Corona-Neuigkeiten hier im Intranet). Die deutsche Katze ist aus einem Seniorenheim in welchem ein COVID-19 Ausbruch stattfand und der Besitzer ist an der Infektion gestorben. Zwei andere Katzen im gleichen Heim testeten negativ und keine zeigte Symptome. Die drei Katzen aus Holland kamen von einer mit SARS-CoV-2 infizierten Nerzfarm (s. unten) und waren seropositiv aber PCR-negativ – unklar ist ob sie durch Menschen oder Nerze angesteckt wurden. Auch unklar ist, wie gut der serologische Test bei Katzen ist und ob ggf. die Resultate falsch positive waren.

Zusätzlich ist ein Tiger aus dem Bronx Zoo PCR-positiv getestet worden. Dass Katzen serokonvertieren ist schon länger aus China bekannt und neu wurde im New England Journal of Medicine (!) gezeigt, dass Katzen sich gegenseitig anstecken können. Drei experimentell infizierte Katzen wurden individuell gehalten und am nächsten Tag wurden zu jeder Katze je eine nicht-infizierte Katze dazugesetzt. Bei allen konnte SARS-CoV-2 im Tupfer nachgewiesen werden und alle Katzen serokonvertierten aber keine zeigte Symptome. Somit können sich Katzen am neuen Coronavirus anstecken und es an andere Katzen weitergeben, ohne klinisch zu erkranken. Ob eine aktive Übertragung auch auf den Menschen möglich ist bleibt weiterhin unklar, aber wenn möglich ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr gering.

Zusammenfassung zu SARS-CoV-2 bei Hunden: Gesamthaft sind bisher 2 Hunde mit natürlicher Infektion bekannt, beide aus Hong Kong. Die Informationen dazu sind nun im Nature veröffentlicht. Dazu gibt es nichts neues als die bisher veröffentlichten Corona-Neuigkeiten. Neu ist ein serokonvertierter Hund in Holland beschrieben worden. Was zur Genauigkeit eines serologischen Tests bei Katzen oben steht gilt natürlich genau so für Hunde.

Zusammenfassung SARS-CoV-2 bei anderen Tieren: mittlerweile sind in Holland vier Nerzfarmen betroffen. Die meisten Tiere sind asymptomatisch, aber einige haben schwere respiratorische Symptome. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Infektion zwischenzeitlich von Nerz zu Nerz übertragen wurde. Eine ähnliche Übertragung wurde auch bei Frettchen gefunden, Frettchen und Nerze sind nahe miteinander verwandt. Interessant ist, dass aus China, den weltweit grössten Nerzfellproduzenten, keine positiven SARS-CoV-2 Berichte existieren.

Update vom 05. Mai 2020

Am 26. April wurden in Holland in zwei Nerzfarmen (total ca 20.000 Tiere!) SARS-CoV-2 bei den Tieren nachgewiesen. Die Tiere wurden vermutlich durch infizierte Mitarbeiter angesteckt, einige zeigten Krankheitsanzeichen (Atmungstrakt, Durchfall) aber es ist unklar ob ggf. auch eine Übertragung Tier auf Tier stattfand. Interessant ist, dass der Nerz (Mustale lutreaola) angeblich nur ein sehr niedriges Risiko einer Ansteckung aufgrund einer Untersuchungen des Rezeptors mit dem Virus haben soll – evtl. ist diese Veröffentlichung in pre-preview Prozess doch nicht so korrekt.

Ein Editorial aus Italien in Molecular Medicine Reports spekuliert, dass der sehr Prozentsatz an COVID-19 Patienten in Norditalien darauf zurückzuführen sein könnte, dass es viel mehr Hundebesitzer gibt als an anderen Orten und diese sich während der Ausgangssperre gegenseitig angesteckt hätten, als sie mit Hunden spazieren gingen. Es gibt dafür absolut keine zitierbaren Daten sondern nur Hypothesen – wie einfach es ist in diesen Zeiten was zu veröffentlichen!

Am 27. April ist der erste positive SARS.CoV-2 Hund in den USA getestet worden in einer Familie mit 3 positiven COVID-19 Personen. Die zwei Katzen und ein anderer Hund wurden negativ getestet (alles im Rahmen einer Studie beim Menschen).

Schlussendlich wurde zu den bekannten positiven Katzen neu eine Katze positiv in Paris getestet – und zwar aus Rektalproben, während die Proben aus dem Atmungstrakt negativ waren.